Potenzmittel schützen das Herz

Jeder kennt inzwischen Viagra und seine Wirkung, was aber kaum jemand weiß: der Wirkstoff der Viagra, Cialis oder Levitra so effektiv macht, könnte als Medikament zum Schutz des Herzens eingesetzt werden. Wie ist das möglich, wo doch in der Packungsbeilage steht, dass Menschen mit bestimmten Herzerkrankungen bei der Einnahme der ‚blauen Pille‘ ein großes Risiko eingehen? Wer erinnert sich nicht, an die anfänglichen Horrormeldungen über mögliche Herzinfarkte und sogar Todesfälle nach der Einnahme eines Viagra Medikaments?

Wie moderne Potenzmittel wirken

Um das zu verstehen, muss man hinter die Kulissen schauen und verstehen, was der Wirkstoff Sildenafil (enthalten in Viagra) genau macht. Alle drei, Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil, gehören zur Klasse der spezifischen Phosphodiesterase-5-Hemmern, auch PDE-5-Hemmer genannt, und inhibieren das körpereigene Enzym Phosphodiesterase-5, welches einen körpereigenen Botenstoff, das cGMP (cyclisches Guanosinmonophosphat) abbaut.

Da cGMP und Stickstoffmonoxid für die Relaxation von Blutgefäßen verantwortlich sind, löst die Inhibition der Phosphodiesterase eine Erweiterung der Blutgefäße aus, die den Wirkstoff für die erektile Dysfunktion so wertvoll macht. Das Blut kann wieder in den Penis einfließen und die Erektion bleibt bestehen; für viele Männer eine unschätzbare Hilfe, die ihre Partnerschaft und ihr Selbstvertrauen entscheidend beeinflussen kann.

Positive “Nebenwirkungen” von PDE-5-Inhibitoren

Dieser Mechanismus wirkt aber nicht nur für die Schwellkörper des Penis, sondern auf jede Art von glatter Muskulatur, Lungengewebe und manche Blutzellen. Schon 2006 wurde ein Medikament zugelassen, das denselben Wirkstoff wie Viagra enthält, welches als Medikament gegen Bluthochdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie) wirkt und hervorragende Ergebnisse zeigt, was eine immense Erleichterung für die Patienten bedeutet. Neuesten Forschungsergebnissen zu Folge kann dieser Mechanismus auch eingesetzt werden um Patienten mit Arteriosklerose (Verengung der Blutgefäße) zu helfen.

Interessanterweise wird heutzutage ein Zusammenhang zwischen den Anfängen von Erektionsstörungen und späteren Herzproblemen gesehen und daher wird eine Früh- und eventuelle Langzeitbehandlung mit geringen Konzentrationen von Viagra als positiv erachtet. Erste Forschungsergebnisse stützen diese Theorie. Außerdem versuchen Forscher die Auswirkungen von Sildenafil auf das Herz nachzuweisen, da sie glauben, dass eine besondere Schutzwirkung besteht, die direkt auf die Mitochondrien, unsere energieerzeugenden Organellen, die in allen Muskelzellen in großer Zahl vorhanden sind, wirkt.

Gefährliche Wechselwirkungen von PDE-5-Hemmern

In allen Anwendungsgebieten von Sildenafil ist zu beachten, dass es niemals mit nitrathaltigen Medikamenten zusammen eingenommen werden darf, da das möglicherweise zu einem tödlichen Blutdruckabfall führen kann. Da jedoch nitrathaltige Medikamente gegen koronare Herzerkrankungen, wie Angina Pectoris und ähnliche eingesetzt werden, können diese Patienten alle Medikamente die den Wirkstoff enthalten nicht einnehmen.

Weil jedoch erektile Dysfunktion inzwischen als Krankheitsbild gilt, wird diesen Patienten ein neuentwickeltes Mittel, UPRIMA empfohlen, welches als Dopaminrezeptor-Antagonist seine Wirkung entfaltet und in ersten großangelegten Studien hervorragende Ergebnisse erzielte.

Regelmäßige Erektionsprobleme ernst nehmen

Zusammenfassend könnte man also schließen, dass Erektionsstörungen heute kein Problem mehr darstellen sollten. Männer, ihre Partnerinnen und vor allem die behandelnden Ärzte sollten beginnende Erektionsschwächen ernst nehmen und die richtigen Maßnahmen treffen. Bei ersten Anzeichen der erektilen Dysfunktion wäre eine regelmäßige Langzeiteinnahme von PDE-5-Hemmern angezeigt, was in vielen Fällen schon zu einer Lösung des Problems führen könnte, da hier ja auch verengte Blutgefäße mit betroffen sind und so könnte eventuell eine spätere Herzerkrankung verhindert werden. Falls es dafür zu spät sein sollte und nitrathaltige Medikamente eingenommen werden müssen, kann man(n) auf das neuentwickelte Spray zurückgreifen.

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