Tierische Lust- und Potenzsteigerer

Bestimmte Tierarten und Bestandteile galten seit Jahrtausenden als potenzsteigernd und werden auch heute noch verwendet, obwohl viele dieser Tiere als geschützte Arten gelten und nicht gejagt oder getötet werden dürfen. Dass diese Annahme einem Aberglauben entspringt, dürfte genauso klar sein, wie der längst überholte und vor vielen Jahren abgeschaffte Brauch, Tierteile roh zu essen um deren Lebenskraft in sich aufzunehmen. Heutzutage glaubt kein Mensch mehr, dass er die Kraft eines Löwen erhält, wenn er dessen Herz ist, oder die Ausdauer eines Hirschen, wenn er sich dessen Leber einverleibt. Auch Forscher wissen schon lange, dass keinerlei Wirkmoleküle in Haifischflossen, Nashornpulver oder Tigerhoden vorhanden sind.

Schwarzmarkt für tierische Potenzmittel blüht

Trotzdem hält sich dieser Glaube hartnäckig und auf dem Schwarzmarkt, Tierschutzgesetz hin oder her, bekommt der Mann mit Geld alles was das Herz begehrt. Für manche Tierarten wie den Hai, ist das eine Katastrophe. Haie werden gejagt und oftmals wird ihnen die Schwanzflosse noch lebend abgeschnitten, woran sie jämmerlich verenden, außerdem ist der Hai an sich vom Aussterben bedroht und die Sage, dass seiner Flosse besondere Kräfte inne wohnen, verschärft die Situation dramatisch. Pro Jahr werden 6000 Tonnen Haifischflosse an ihrem Hauptumschlagplatz Tokio gehandelt, wobei Europa eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

Tödliche Gifte und Halluzinogene

Ein anderes völlig unwirksames, aber immer noch unter der Hand erhältliches Potenzmittel wird aus einer Kröte gewonnen. Der Wirkstoff heißt Bufotenin, der auch im Fliegenpilz enthalten ist, ruft Halluzinationen hervor, ähnlich denen von LSD und sehr häufige Nabenwirkungen sind Schwindel und Brechreiz. Außerdem ist der Handel mit halluzinogenen Stoffen in Europa verboten und wird polizeilich geahndet.

Eines der ältesten und bekanntesten Aphrodisiaka heißt ‚spanische Fliege‘ und wird aus einem grünen Käfer Cantharis vesicatoria gewonnen, der zu Pulver zermahlen wird und in höheren Konzentrationen tödlich ist. Es wirkt nicht wirklich luststeigernd, sondern reizend auf Harnblase und –röhre, was eine bessere Durchblutung hervorruft, so dass eine langandauernde Erektion möglich ist. Es findet sich immer noch im Handel, aber die gesetzlich erlaubten Höchstmengen sind so gering, dass man nicht mehr von einer Wirkung ausgehen kann.

Aphrodisiaka aus Nashörner und Tiger

Die Verwendung von Nashornpulver als potenzsteigerndes Mittel beruht auf Legenden und der Tatsache, dass Nashörner einen mehrere Stunden andauernden Geschlechtsakt vollziehen. Vor allem in Asien ist Nashornpulver heiß begehrt und hat in der 70ern das Nashorn auf die Liste der bedrohten Tierarten gebracht. Forscher haben keinerlei Wirkmechanismus entdecken können und viele Nashörner haben wohl umsonst ihr Leben gelassen. Heute wird den Tieren das Horn von Tierschützern entfernt, um sie vor dem gejagt werden zu retten.

Auch dem Tiger ergeht es nicht anders, er wurde fast ausgerottet und ist heute noch extrem bedroht, nur weil Männer glauben, dass die legendäre Fähigkeit mehrere Weibchen direkt nacheinander zu beglücken auf sie übergeht, wenn sie Tigerfleisch essen. Auch Hirsche, Regenwürmer und viele andere müssen ihr Leben lassen auf Grund dubioser Legenden, die meist jeglichen Hintergrund vermissen lassen und aus grauer Vorzeit stammen.

Moderne Potenzmittel retten Tierleben

Viagra und Co haben durch ihre einfache Anwendung und recht zuverlässige Wirkung wahrscheinlich vielen Tieren das Leben gerettet. Trotzdem geht die Jagd auf Tiere weiter, da skrupellose Geschäftemacher immer einen Abnehmer finden werden und ahnungslose Männer auf Versprechungen reinfallen, die jeglicher logischen Grundlage entbehren.

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